Familie Gerstein

Die Familie Gerstein will von der Burg Gerstein in Tirol stammen, von dort aber ihre protestantischen Glauben wegen ausgewandert sein. Ebenso behauptet sie, früher das Adelsprädikat besessen und ein

Wappen der Familie Gerstein drei Geere, (Speere) auf dem Stein. Gerstein.
Burg Gerstein in Südtirol.

eigenes Wappen geführt zu haben. Ein Tiroler ist jedoch in den einschlägigen Literaturen nicht zu finden. Dagegen erwähnt Siebmacher ein schwäbisches Adelsgeschlecht von Gersten . Dessen Wappen zeigt im silbernen Felde ein rotes Schildchen und im rechten Obereck einen roten Ring. Urkundlich kann von unserer Familie Gersten nachgewiesen werden, dass Johann Daniel Gierten, Sohn von Ulrich Gierten und Sarah, am 29. Sept. 1653 in Bacherrach geboren ist. Dieser Johann Daniel war seit 1679 Hofmeister des Grafen Friedrich Adolf zu Lippe, seit 1691 Oberamtmann in Varenholz. Im Jahre 1705 wurde er zum Drosten ernannt, und verwaltet dieses Amt bis zum Jahre 1717 . Er lebte später in Minden, wo er am 16. Sept. 1728 starb. Aus seiner Ehe mit Katharina Meinders gingen 10 Kinder hervor. Sein Sohn Friedrich Adolf Drost zu Blomberg (geb. am 24 Januar 1704. gest.22 Juli 1766.) führt den Adelstitel, ebenso

 

Ludwig Florenz, holländischer Oberst in Venlo. ein dritter Sohn war der obengenannte Richter in Hohenlimburg Frans Karl Gerstein, Sohn von Friedrich Adolf. Kurbraunschweig = Lüneburgischer Major, erhielt am 1. Nov. 1799. durch ein Diplom die Bestätigung seines Adels mit der Befugnis sich Gerstein von Hohenstein zu nennen. Er bemerkte in dem Gesuche um Erneuerung seines Adels, dass einer seiner Vorfahren, der Knappe Johann von Gerstein, der im 16. Jahrhundert lebte, mit einem Fräulein von Hohenstein vermählt gewesen sei. Als Wappen führt er im blauen Felde einen Berg mit drei Felsspitzen und auf jeder derselben eine goldene Lanze (einen „Ger“ ) seine Nachkommen dienen noch heute mehrfach als Offiziere im preußischen Heere. Nach den Angaben von Ledeburs gehörten die von Hohenstein zum rheinischen Adel

Söhne von Wilhelm Gerstein.
Töchter von Wilhelm Gerstein.

und führten ein ähnliches Wappen, wie die vorhin erwähnte Familie von Gerstein, in Schwaben nämlich im silbernen Felde ein rotes Schildchen und im rechten Obereck eine rote Rose. Ob ein genealogischer Zusammenhang mit den alten Geschlechtern von Gerstein in Schwaben und von Hohenstein im Rheinländischen die beiden sich ähnlichen Wappen führten, stattfindet, können wir nicht entscheiden. Der Bentheim,sche Rat und Richter Daniel Gerstein war nicht adelig . Er hatte drei Söhne und eine Tochter. Die drei Söhne wurden Erben des Hauses Dahl. Die beidenältesten besaßen den (persönlichen?) Adel, der jüngste aber und die Tochter nicht. Karl (von) Gerstein der älteste Sohn Platz Major in Rinteln starb unvermählt. Friedrich Adolf Dietrich (von) Gerstein,

Friedrich Gerstein.

der zweite Sohn, war preußischer Grenadier= Hauptmann im Regiment von Unruh, und wurde 1802 wegen Kränklichkeit mit dem Charakter als Major pensioniert. Bädeker nennt ihn „ Obrist, Wachtmeister.) und gibt als seinen Wohnort  Hagen an. Er ist am 15.

Familie Max Gerstein.
Wappen der Familie Gerstein.

Dez. 1829 in Dortmund gestorben, seine Gemahlin soll eine Engländerin gewesen sein. Sie ist vermutlich nach dem Tode ihres Gatten in ihre Heimat zurückgekehrt. Ihre Kinder starben unvermählt. Der dritte Sohn Johann Daniel war Kasper Ludwig Gerstein. Dr. med. Hofrat in Dortmund, geb. am 9. Sept. 1747, gest. am 2. Dez. 1822. in Dortmund. Aus seiner Ehe mit Wilhelmiene Euningmann, verwitwete Pastor Brügemann, sind ein Sohn und drei Töchter hervorgegangen . Der Sohn Friedrich Gerstein , Landrat in Hagen geb. am 1. Febr. 1780 in Dortmund gest. in Dahl am 5. März 1836. Kaufte im Jahre 1822 das Haus Dahl von der Witwe der Tochter seines Oheim, des

Situations – Plan des Hauses Dahl gehörend Herrn Landrad Gerstein.

genannten Majors. Vermählt war er mit seiner Cousine Philippinen Gersten aus Rhet. . Das Haus Dahl ging auf sein Sohn, den Justizrat Wilhelm Gerstein in Hagen über . Er war geboren am 24. Okt. 1809. und starb am 16. Sept. 1883. Seine Gattin Brett zu Neiden schenkte ihm 11 Kinder die durch Genossenschaftsvertrag das Haus Dahl gemeinsam besitzen und verwalten.

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