Hückinghausen Freigut.

Freigut Hückinghausen.

( hück = Personennamen wie hug (Hugooder huckilo, höcking, = Sohn des hug.)

In  Ost = und Südwestfalen ist das Grundwort hausen die verbreitete nationale

Freigut Hückinghausen.

Bezeichnung für einen, aus mehreren Höfen bestehenden Wohnsitz. Es handelt sich um einen patronymischen Namen. Hausen ist die neuere Form: ursprünglich hieß es wohl, hus. Die erste Erwähnung des Hofes geschieht 1314 gemeinsam mit den übrigen Freigütern der Kalthauser Bauernschaft, die von Gottfried von Sayn, Herr zu Volmarstein an den Grafen Adolf von Berg verkauft werden. Im 15. Jahrhundert wird der Stuhl freiem Jacob tho Hückinghausen genannt. Das

Hückinghausen. Ausschnitt aus der Vermessungskarte von 1772
von Johann Peter Hobräck.

Schatboik in Mark. (Staats = Archiv Münster.) nennt 1486 Großschalk tho Huynkhusen. Die Größe des Hofes geht aus dem Betrage von 8 Gulden hervor, die an Steuern gezahlt werden. Es handelt sich also um einen reichen Hof.

Der Vorsteher Haas Hückinghausen unterschreibt bei den Streitigkeiten um die Einführung der Reformation in Dahl im Jahre 1648 eine Eingabe des Richters Wortmann an die Regierung. Als Zeuge tritt er in einer Schuldverschreibung vom 27. Nov. 1631 auf. Die Kontributionsliste von 1631 nennt ihn mit 3 ½ Taler Kontributionspflichtig. Er hat dem Kurfürsten an Lasten aus dem Freihofe 1

Hückinghausen.

Schwein, 1 Goldgulden und ein Malder Hafer zu entrichten. An Grundbesitz nennt das Jahr 1645 3 ¼ Malderseiclippiges Steinland, 2 Wiesen, von denen 5 Karren Heu geerntet werden. Keine Waldungen, dafür aber Kuhweider Markengerechtigkeit. Haas zu Hückinghausen hat zwei unmündige Kinder, und „ andere sich des Hackens und Rodens“. Er ist einer von den wenigen, die ein Pferd besitzen. (in der ganzen Gemeinde waren nur 9 Pferde vorhanden). Sein Viehbestand beläuft sich auf 2 Kühe und 1 Schwein. Er hat dazu 2 Kühe und 2 Rinder von Fremder Hand auf seine Weide genommen und bekommt für jede 3 Blamuser. Gerste und Weizen wachsen auf seinem Lande nicht; daher sät er 1 Scheffel Roggen aus, dazu auch 1 ½ Scheffel Hafer. Seine Schulden betragen 400 Taler. 1685 wird in den Kirchenbüchern Caspar von Haßley auf Hückinghausen genannt. Aus der Bauernschaft Haßley ist Caspar zugezogen.

Wilfried Schmidt Hückinghausen.

Im Jahre 1705 ist eine klare Teilung erkennbar. Die Contribualen, nennen Johann Hückinghaus mit 24 Morgen Land, darunter Wiesen, die 5 Karren Heu geben. Das Gut ist ein Erbgut und gibt eine unlösliche (d. h. unlösbare.) Rente von 5 Talern 16 Stübern und 10 Pf. in die Rentei zu Wetter. Es wird für die Contribution mit dem erheblichen Betrag von 27 Reichstalern eingeschätzt. Zu diesem Hofe gehört nach derselben Urkunde Casper Hückinghaus der also schon den Hofnamen angenommen hat. In der Folgezeit erscheinen die Güter unter dem Namen. Ober- und Niederhückinghausen.

Runenfelsen auf Hückinghaus.

Ober Hückinghausen ist das Hauptgut, von dem Nieder = Hückinghaus abgetrennt wird. Johann, der 1705 genannt wird, hat das Gut von seinem Vater geerbt. Es mit 600 Talern Wert angegeben. An die Rentei sind im 18. Jahrhundert abzuliefern 3 Scheffel Hafer 1 Schwein 22 ½ Pfennigsgeld und 32 ½ Pf. Gehaldtlasten (?). In die Kontribution werden 21 Stüber 6 Pf. gezahlt. Johann ist Zeuge in einem Schenkungsvertrag aus dem Jahre 1734. Das Gut geht 1739 auf Anna Catharina Hückinghaus über, die Johann Peter Schaffland heiratet. Sie ist aber auch Erbin (?) von Nieder = Hückinghausen vor 1748. Ihr Vater Johann lebt 1741 noch und unterschreibt den Verlöbnisvertrag von Hegenberg. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der eingeheiratete J. P. Schaffland gemäß der Sitte der Bauern der Gemeinde den Namen Schaffland abgelegt und dafür Hückinghaus heißt. 1752 übernimmt Johann Obern = Hückinghaus, dem Namen also schon als Besitzer des Gutes bezeichnet den Hof, der nunmehr schon einen Wert von 1800 Talern hat. Er erscheint in Prozessakten 1768 / 69. Nach dem Heberegister von 1756 /57, hat die Hauptlast des Gutes (21 Stüber 8 Pf. gegen 7 Stüber 3 Pf. Niedern = Hückinghausen zu tragen.

Runenfelsen.

Sein Nachfolger Peter Christoph Hückinghaus teilt das Gut von neuem im Jahre 1804, so dass nunmehr drei aus einem geworden sind. Er hat zu dieser Teilung am   19. 8. 1798 die Kammerkonsenz geholt. Seine Witwe erhält den einen Teil des Hofes, der 1829 auf P. Caspar Haaemann übergeht. P. Wilhelm Hückinghaus erhält ihn 1841 und 1845 sind Ida und Caroline Hückinghaus Besitzerinnen.

Runen im Felsen.

Der andere Teil des Hofes wird von Joh. P. Hückinghaus seinem Sohne Peter Caspar übertragen. (1833) ist Eduard Rutenbeck Besitzer. 1885 die Witwe Gerstein.

Caspar Schaffland übergibt seinen Teil P. Caspar Benninghaus 1817, von dem es 1863 Carl Benninghaus erbt.

Nieder – Hückinghausen, durch Teilung von Hückinghausen wie all die anderen Höfe zu Hückinghausen entstanden, war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch im Besitz von Peter Johann Hückinghaus. Das Gut wird als Erbe bezeichnet, hat einen Wert von 700 Talern, und zahlt an die Rentei in Wetter 1 ¼ Scheffel Hafer ¼ Schwein 7 ¼ Pfennig Zuhandlasten: in die Contribution trägt es 7 Stüber 2 Pf.

Im Jahre 1741 wird von diesem Peter Johann und Eberhard auf dem Hegenberg folgender Verlöbnisvertrag abgeschlossen. (Im Besitz der Familie Flüs = Dahl.)

Im Namen der Heiligen Dreyfaltigkeit, Rundt und zu wissen sey hiermit, dem daran gelegen und zu wißen nötig ist, was Maßen Johann Peter zu Hückinghausen sein Sohn Johann mit Eberhard auf dem Hegenberg seiner Tochter Anna Gertrudt mit Bewilligung beyder Seiten der Eltern ein Verlöbnis der Ehe gegeben wan ein oder der andere Sonder Leibeserben würde sterben. Erstlich verspricht Johan als Bräutigam der Braut 30 rthlr. dagegen verspricht die Braut Anna Gertrud die Halbscheidt.

Ernstlich verspricht Ebert auf dem Hegenberge die neuen Eheleute bey sich zu nehmen und den Kotten noch eine Zeitlang in der Handt zu halten.

Zweitens ist ein Vergleich mit seinen Kindern getroffen als nemlich mit guten Nachbarn und Tagesfreunden wie folgt.

3.) Versprechen den neu angehenden Eheleuten einem jeden nämlich Joh. Heinrich und seiner Ehefrau auf dem Wildspring 53 Rthlr. ich sage drey – fünfzig reichs Thaler und eine Kuh auch ein Rind .

4.) Im gleichen der jüngsten Tochter Anna Elisabeth auch 53 Rthlr. ich sage dreyfünfzig reiches Thaler und eine Kuh, auch ein Rindt und zur Zeit ihres Verheiratens auszusteuern wie es ihre Schwester Catharina bekommen hat.

Ausschnitt aus der Vermessungskarte von Johann Peter Hobräck 1772

5.) So verspricht gemelt Johann nach ümbgang (von) Zwey Jahren das versprochene Geldt Johann Heinrich auf dem Wildspring gegen Quittung auszuzahlen, wann er die Kotten antreten würde.

6.) Nach Übergang folgender drey Jahr sollte die jüngste Tochter ebenfalß vergütigt werden.

7.) So ist vorab redet,daß gemelten Ebert Hengstenberg und seine Ehefrau ihren Kotten übergeben würden, so sollten sie ihn verpflegen und Unterhalt verschaffen , daß er nicht zu klagen hat. Sollte etwas (Geld) fehlen und ich bei Macht sein

(ermächtigt sein), zu meiner Notdurft ein gewisses Geld in das Land einzunehmen

(aufzunehmen) 8.) So versprechen beyde Eltern nach ihrem Absterben, sollte noch etwas gelde im Vorrat sein, daß sie aller seits genießet haben. Dieses ist geschehen beiderseits der Eltern und Kinder Belieben getätigt und fest zu halten versprochen im Beweisen des Gezeugen , wenn es nötig ist, von der Ober. (Obrigkeit, Gericht.) zu bestätigen.

So geschehen auf dem Hegenberg den 3. Juni 1741. 

                                                                                   Johann Peter Hückinghaus

                                                                                  Bräutigam Vatter Evert.

                                                                                                  Hegenberg, der Braut Vatters

Auf handtastliches Begehren habe ich von Johann Heinrich auf den Wildspring unterschrieben wie auch vor mir Johann zu Hückinghausen als gezeugt Peter Kalthaus der gezeug. Peter am Schaffland als gezeug.

Die Heirat ist dann auch zustande gekommen. Nun treffen wir die Familie Hückinghaus vorübergehend auf Hengstenberg.Johann Peter vermacht den Hof seiner Tochter Anna Catharina, die ihn 1748 an Caspar Schaffland abtritt. Ein zweites Mal kommt der Hof in die Hände einer Frau, Anna Maria Schaffland Witwe des Joh. Leopold Benninghaus, sie trat das Erbe im Jahre 1801 an. P. Caspar Benninghaus wird 1817 Carl Benninghaus 1863 Besitzrer. Joh. Peter Hückinghaus besitzt vor 1762 auch Nidern = Kalthausen. Johann Hückinghaus auf Hegenberg macht 1756 geltend, daß sein Kotten und der des Linschermann in Werninghausen von den Vorfassen gekauft wurden.

Jakob Hückinghaus interessiert uns hier noch besonders. Er sammelt Lieder und schreibt sie fein säuberlich auf: leider ist die Handschrift arg zerfressen. Er ist sicherlich eine fein empfindliche poetische Natur gewesen.

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