Niggenbölling.

Niggenbölling.

Nach dem Schatboik in der Mark soll Hentzken tom nyen Bollink 6 Gulden bezahlen (1486). Der Hof ist vor dieser Zeit entstanden. Er muss dem Namen nach, eine Neugründung oder

Niggenbölling.

ein Teil des Bölling gewesen sein, das der Bölling = Bauernschaft seinen Namen gab. 1501 ist der Hof mit einer Hufe in der Limburger Mark berechtigt. 1574 erscheint Engelbert thom Niggen Bollinck als Zeuge, Johann zu Nienbolling soll 1631 vier Rtlr. zahlen 1645 wird einfach Niggen Bolling mit 18 St. genannt. Johannes Nachfolger ist Hanß zum Nienbolling. Über seinen Hof und die Verhältnisse berichten das Jahr 1645. Ist eine halbe Erlhove (!) daraus. Ihr Churf. Dhlt. ialichs Bohret (trägt, erhält.) 1 Goldgulden und ½  Kopst. (Kopfstück.) dackloß an Geben, sondern gantz verschuldet haltend 2 ½  Maldersei Berglandes mit einer Wieschen von 2 Kahr Heus, hat einen Garten kein Gehiegste, nur daß zur halben Hoven berechtigt in der limburgischen Marck. Nach diesen Ausführungen ist der Hof schon geteilt. Über die zweite Hälfte erhalten wir keine Nachricht. Über Viehbestand und persönliche Verhältnisse erfahren wir noch, das Hanß ein unmündiges Kind hat und Hilfe im Hause benötigt, das die Contribution so hoch sei, daß er ihnen  nur die Kost geben  könne. Sein lahmes Pferd ist 1

Nimmerbach Quelle.

Rthlr. wert, die 2 Kühe und das Schwein 14 Reichstaler. Eine Kuh und zwei Rinder weidet er für fremde Leute und erhält dafür von jeder 13 St. im Jahr. Seine Aussaat beträgt 1 Scheffel Roggen und 2 Malder Hafer. Das Verzeichnis der Contribualen Güter von 1705 nennt die beiden Güter Niggenbölling die auch zusammen unter Tigges gingen ! Bölling und Wittibe daselbst. Tigges zu Niggenbölling erscheint in den Kirchenbüchern 1682, 1685, 1687, 1690 und 1703 mit Geburten. Es wird auch bei der Aufzählung von Feuerstätten in Böllings Bauernschaft 1702 erwähnt. Thomas Niggenbölling werden noch in den Kirchenbüchern 1682  (Neuenbölling) 1687, 1690 Kinder geboren. Er stirbt 1692. Auf dem Gute folgt dann

Infotafel an der Nimmerbauch Quelle.

Johann der 1691 Anna Wolf Hunsdieck heiratet. (vergl. Wolfs Gut Hunsdieck.) Er stirbt vor 1702, seine Feuerstätte wird als Wittibe sel. Johannes Frau bezeichnet. Die beiden Höfe sind zusammen 18 Morgen groß, darunter besonders viel Wiesen (7 Karren Heu.) Die Rentei in Wetter erhält daraus 1. 27. 1. Vorsteher und Umbstand. (Zeugen) müssen jedoch bestätigen, dass es ganz steiniges Land ist, und daher nur 26 Tlr. also immerhin in der Steuerzahlung mit an der Spitze

(5. Stelle) in der gesamten Gemeinde steht. Nach der Hebeliste von 1756 / 57 ist Johann

Infotafel an der Nimmerbach Quelle.

Peter Schriever Besitzer des Hofes. Jacob Niggenbölling Besitzer des anderen. Schriever hat von seinem Hof einen Kotten. Im Hegenberg, den Dietrich Helsberg besitzt, abgetrennt. Die Angaben der Höfe betragen Jacob 9 St. 7 Pf. Schrievers 8 St. Helsberg 1 St. 7 Pf. also zusammen auch 9 St. 7 Pf. wie ja die Höfe ursprünglich gleich waren. Jacob hat 1705 Enken zu Niggenbölling eine Witwe geheiratet, legt nach der Sitte der Zeit seinen Familiennamen Haarmann ab und heißt von nun an Niggenbölling. Von ihm erbt sein Sohn Johann den Hof. 1775 schließen seine Kinder einen Erb Vergleich (Johann ist gestorben). Dabei werden sie genannt Anna

Catharina Ehefrau Caspar Niggenbölling Wiggenhagen. Johann Peter, Johann Caspar, Johann Heinrich, Johann Dietrich, Catharina Margaretha. Es wird festgesetzt, daß Johann Casper den Hof bekommt. Die Geschwister erhalten je 50 Rthlr. 1676 heiratet Mathias Schriever zu Niggenbölling Ursula Catharina Blechen. 1756 Joh. P. Schriever wurde schon erwähnt. Er übergibt den Hof 1793 Peter Casper Schriever. Die Verhältnisse nehmen einen ähnlichen Verlauf, wie bei Sommers Gut in Bölling und Kalthausen J. P. Hobräck sagt in der mehrfach erwähnten Chronik von Bietinghausen, Neuenbölling. Dies ist in alten Zeiten ein Hof gewesen vor 70 bis 80 Jahren zwei (1836) und jetzt sind 5 Besitzer da (später brannte er ab) Peter Casper Schriever besaß noch 1817 einen Hof. Daraus wurden drei.

Niggenbölling

1.) 1817 P. Casp. Schriever, 1841 J. P. Schriever, 1881 J. P. Schriever, 1911 Karl Niggenbölling.

2.) 1817 P. C. Schriever, 1839 H. H. Schriever, 1873 C. Dietrich Fischer, heute Wilh. Fischer.

3.) P. Casp. Schriever 1839, 1873 Fr. Schriever. Aber auch das Gut des Johann Caspers Niggenbölling teilt sich.

  1. Eberhard Bühren 1846. Fr. Niggenbölling 1862, L. Killing, später waren A. Borggräfe und L. Boecker Besitzer von denen es 1926 Wilhelm Haeseler erwarb.

Diese sogenannte „Springe“ befindet sich über Niggenbölling. Mit einer Bachlänge von rund fünf Kilometern ist der Nimmerbach der längste Gebirgsbach, der in der Dahlermark entspringt. Die zwei Nebensiepen (Bachtäler) aus dem Hobräcker Rücken und die sechs Siepenbecken aus dem Böllinger Hochflächengebirge führen ihm Wasser zu. Das Einzugsgebiet des Nimmerbaches umfasst etwa 350 Hektar Forstfläche und Grünland.

Manfred Rose, Heinz Böhm, Herbert Klautke.

Beim Kaltwalzwerk J. P. Hüsecken & Co mündet er in den Nahmerbach. Die fruchtbaren Wiesen im Nimmertal wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch von den Landwirten geflößt. Das bedeutet, die Bauern zogen Flößgräben, um ihr Dauergrünland überrieseln zu lassen. Das Flößen hatte gleichzeitig auch eine düngende Wirkung. Sogar in Dürrejahren führte der Nimmerbach immer noch Wasser. Er war und ist eine verlässliche „Wasser-Tankstelle“ für Mensch und Tier und unterliegt der regelmäßigen behördlichen Wasserschau.

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