Familie Kaspar von Tiffhausen

Kaspar von Tiffhausen „ ihren von ihrem Vatter seelig angeerbten und titulo oneroso mitt ihren mehrent aequirirten mitteln von dem Hochedelgeborenen und gestrengen Jobst von Schwanßbell ahn sich gebrachten, nun mehr an geben verfallenen und fast mit Schulden beschwerten adlichen Sitz Dahle samt allen sowoll allodial alß appertinentien ( eigenen und Lehnsstücken.) außerhalb der Salzreuten zu Werll, welche Frau Verkaufferin sich vorbehalten haff“. Ferner die grobe und kleine Jagt. Marken = und Lehnsgerechtigkeiten , das Recht der Ernennung des Pfarrers und Vikars, den Eisenhammer, die Kornmühle, die verfallene Oel = und Sägemühle, alle „ schlten Hore besetzte und wüste güttern, Kotterien und rheuten“. Der Kaufpreis wurde auf 5000 Reichstaler festgesetzt, der in fünf Terminen gezahlt werden sollte. Letzter Termin war Martini 1652. Bis dahin blieben die Realitäten der Verkäuferin“. Für etwa noch rückständigen Gewinn und für verfallene Pächte erhielt die Verkäuferin, „ein fein stuek Herrenzeug“. Bei der gerichtlichen Auflassung musste der Käufer der Verkäuferin „ zum Verzichtspfennig zwei Portugloser“ (portogiesische Goldmünze im Werte von 36 Mark und 68 Pfennig.) und den dreien Töchtern ieder einen portugloser in specie“ liefern, dem Sohne der Verkäuferin aber „ ißo alßbaldt zum Verzicht einen schonen jungen Henchst mitt einen rohten Sammeten mit sylbern gallun (Gallons Tressen ) chamerivten ( versehen ) Sattell und Zubekoer“ übergeben. Sollte später wieder vermuten, jemand Anspruch auf das Gut erheben , so wurden die Käufer die gemachten Auslagen, Reparaturen und sonst aufgewandtenKosten erstattet , und ihm außerdem seine „ Mühe und ungelegenheit“ 500 Reichstaler bar gezahlt. Der Kauf mußte ½ Jahr geheim gehalten werden. „ wie dan deßwegen ein Contractus alß wan nur ein Pfandeschilling auff diese gütter getkan. mehre auffgerichtet ist , welcher aber diesem Kauff nichts derobigen ( Abbruch tun.) sondern ungultig sein soll“. Mit einem Gottesheller oder Gottespfennig diente als äußeres Zeichen für den abgeschlossenen Kauf. In ähnlicher Weise wird beim Mietvertrag ein Handgeld gegeben , der „ Weinkauf“ Wien = gewinnen.) Die Verkäuferin gab 5. der Käufer 10 Rtlr. zu Händen des Pastors in Dahl. Letzterer sowie der Pastor Johann Tebetmann aus Bochum, die bei dem Kaufkontakt als Zeugen zugegen waren, erhielten für die Mühe je „ so viell fein schwartz lacken ( Stoff ) als Geschenk. Für übernommene Mobilien und für die „ aufstehende Roggensaet“ spendete der Käufer einen Ohm Rheinwien.

Die Lasten („ Beschweren“) welche Tiffhausen an Kapital oder Zinsen übernehmen musste, beliefen sich auf 6470 2/3 Reichstaler. Unter den Gläubigern befanden sich die Vikarie zu Hagen mit einem Kapital von 100 Goldgulden , (133 1/3 Rtlr. ) „ so der Pastor fordert“ die Kirche zu Dahl mit einem Kapital von 40 Rtlr. die Armen daselbst mit 50 Rtlr.“ Interesse ( Zinsen ) ist zwar mehr verfallen, wird angeschlagen 45 Rtlr. Kirch oder pastor zu Breckerfelde, so dass dem schulten Hoff zu Einhorst mit sieben molder Haber,1 malter roggen und ein schultschwien verpensioniert wird in Capitalia 200 Rtlr.“ Die schweren Schulden, welche auf dem Hause Dahl lasteten, waren wohl meistens durch den Dreißigjährigen Krieg verursacht worden. In einem Brief an die Gräfin von Limburg, in welchem Sibilla Margaretha von Torck um Nachlaß eines Teiles der rückständigen Zinsen bittet, erwähnt sie , daß im Hause Dahl die nötigen Lebensmittel nicht zu erzwingen sein , da von dem verwüsteten Gütern nichts einkomme. Die Verkäuferin starb am 12. Mai 1671. und ist in Menden begraben. Die Familie Tiffhausen (tiefhaus Diffhauß.) stammt aus Dortmund. Johannes Dieffhauß, vermählt mit Katharina von Bodelschwingh, war 1507 und 1512 Ratsherr, das selbst Ludwig ( Frau= Elisabet Rupe ) Erlaß, Kaspar Rittmeister. Dieser heiratete Anna, die Tochter des Ratsherrn Lermann Huck in Dortmund. Ihre beiden Söhne waren Caspar und Hermann. Letztere führte Carda, die Tochter des Dortmunder Richters . M. Friedrich Sasse , als Gattin heim am 11. Dezember 1595. Ein Sohn dieser Ehe, Georg war Diakonnsan der St. Peterskirche zu Dortmund. ( gestorben 11. Mai 1678.) Kaspar, Ratsherr und Kämmerer daselbst heiratete Anna die Tochter des Dortmunder Ratsherrn und Richters Heinrich Mellmann. Dessen Sohn Kaspar der Käufer des Hauses Dahl, wurde geadelt. Nach einem im Hause Dahl vorhandenen kleinen Lacksiegel führt er im Wappen das Zeichen 1*1 und darunter ein linksgewundenes Schneckenhaus. Der Helm trägt ein Paar gewundene offene Hörner zwischen den das Schneckenhaus wieder kehrt. Die Farben des Wappenschildes sind nicht bekannt. Kaspars vermählte sich am 26. April 1635. mit Ursula, die Tochter des Kaufmanns Arnold Nörvenich in Köln. Das Ehepaar starb in Dahl im Jahre 1675. Ihr Sohn Arnold Kaspar muß schon vorher verschieden sein. Die einzige überlebende Tochter Anna Margaretha brachte das Haus Dahl an die Familie von Degingk.

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