Im Park von Haus Dahl die Märkische Bank.

Im Park von Haus Dahl die Märkische Bank.

Die Spar und Darlehnskasse im Park von Haus Dahl. Im Saale „Hotel zur Post“ war die Gründungsversammlung. Vielen Dahler Bürger ist dieser Anblick noch vertraut. 7. März 1930 Durch

Unterzeichnung des Statuts bildet sich an diesem Tage der „Dahler Spar- und Darlehensverein, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht“. Die 79 Unterzeichner präsentieren das Volmetal und die dieses Tal umgebenen Höhen. Die Wohnortsbezeichnungen wie: Dahl, Priorei, Rummenohl und Dahlerbrück finden Ergänzung durch die Namen der das Tal umgebenen Bauernschaften aus dem Höhenbereich wie Rumscheid, Brechtefeld, Hunsdiek, Kattwinkel, Deipenbrink, Bölling, Niggenbölling, Eichenpleck, Röteldiek, Düinghausen, Kalthausen, Hückinghausen, Wirminghausen, Hobräck, Helbecke, Rüggebein, Wildspring, Hegenberg, Ambrock usw. 28. April 1930 Der Vorstand beschließt im Hause des Metzgermeisters Wilhelm Neuhaus

Fenster aus der oberen Etage mit Werbeschilder.

in der 2. Etage ein Zimmer zum jährlichen Mietpreis vor 250,- RM als Kassenlokal anzumieten. Dem ersten Rendanten, Ludwig Neuhaus, werden Bankvollmachten erteilt. Die ersten Kredite werden bewilligt. 28. Mai 1930 Mit dem Rendanten wird ein Dienstvertrag abgeschlossen. Die von ihm gestellte Bürgschaft des Herrn Otto Neuhaus, Scherl bei Meinerzhagen, wird als ausreichend angesehen. Aus dem Vertrag: „Herr Ludwig Neuhaus übernimmt das Amt eines Rendanten des Dahler Spar- und Darlehnskassenvereins und verspricht, dieses Amt nach Geschäftsordnung und der vom Aufsichtsrat entlassenen Dienstanweisung zu führen. Er verpflichtet sich insbesondere zu einer pünktlichen und gewissenhaften Führung der Bücher und der Kasse und zu einer sicheren Aufbewahrung der Kassenstände, Wertpapiere, Dokumente und Schriftstücke des Vereins. Darüber hinaus erklärt er sich ausdrücklich bereit, allen und jeden Schaden, der dem Verein aus einer mangelhaften oder vorschriftwürdigen Geschäftsführung seinerseits entstehen sollte, bar zu ersetzen.“ Der Zinsfluss für Einlagen wird auf allgemein 5 ½ % festgesetzt. Der Darlehenszins soll mit 9% angesetzt werden. Für die Konten in laufender Rechnung beträgt der Zinssatz für Guthaben 4%

Ludwig Neuhaus.

und für Vorschüsse 8%. Für die Beschaffung der Möbel und des Geldschrankes wird ein Betrag von zusammen 500,- RM bewilligt. Die sogleich abgehaltene erste Generalversammlung wählt folgende Mitglieder in die Organe: Vorstand: Wilhelm Rumscheid, Vorsitzender Emil Winterhoff, stellvertretender Vorsitzender Otto Oberegge Karl Howahr Hermann Sürenhagen Aufsichtsrat: Kaspar – Walther Reich, Vorsitzender Fritz Höfinghoff, stellvertretender Vorsitzender Ewald Benninghaus August Haake Wilhelm Korthaus Karl Haas Zum ersten Rendanten wählt die Versammlung Ludwig Neuhaus. Es wird ferner festgelegt, dass der Gesamtbetrag der Anleihen und Spareinlagen bei der Genossenschaft den Betrag von 500.000,- RM nicht überschreiten soll, und das der Kredit an ein einzelnes Mitglied höchstens 20.000,- RM betragen darf. Die Genossenschaft wird in das Genossenschaftslager unter Nummer 102 eingetragen und damit rechtlich legitimiert. So bestätigt durch das „Preußische Amtsgericht Hagen (Westfalen)“. 1. August 1930 Für die Reinigung der Geschäftsräume werden monatlich RM 3,- bewilligt. 5. September 1930 Für den Rendanten Ludwig

Die Post am linken Aufgang, die Sparkasse konnte über die Freitreppe in der Mitte betreten werden.

Neuhaus wird eine monatliche Vergütung von 100,- festgesetzt. Aus dieser Vergütung hat Herr Neuhaus die etwa einzustellenden Hilfskräfte zu bezahlen sowie die Beträge zur Krankenkasse und Angestelltenversicherung. 5. November 1930 Der Rendant wird beauftragt, für das Kassenlokal einen Ofen zu beschaffen, der bis zu RM 140,- kosten darf. 29. Januar 1931 Die Kassenprüfung durch den Vorstand ergibt im Tagebuch Einnahmen von RM 23.141.62, Ausgaben RM 21.449.82, mithin Kassenbestand RM 1.691.80. Die Beträge werden vorgezählt und als richtig bestätigt. Es werden ab sofort Bürostunden festgesetzt, vormittags von 9 – 12 Uhr und nachmittags von 15.00 – 17.00 Uhr. Es werden ab sofort die Reinigungskosten von Monatlich RM 3,- auf monatlich RM 5,- erhöht. Für die Beschäftigung einer Hilfskraft für Bilanzvorarbeiten werden dem Rendanten RM 35,- zuerkannt. 20. Februar 1931 Die

Die Märkische Bank im Park von Haus Dahl.

Frau Fritz Gerstein, Haus Dahl, wird gegen Hinterlegung eines Hypothekenbriefes über RM 20.000,- ein Dahrlehen von RM 1.000,- bewilligt. Haus Neuhaus, Zwischen den Brücken. In der 2. Etage wird ein Zimmer angemietet, in dem die Kassengeschäfte bis April 1934 erledigt werden. Danach werden die beiden Räume im Erdgeschoss, rechts vom Eingang angemietet. Später kommt ein weiterer hinterer Raum hinzu. Im Jahre 1954 reicht das Gebäude nun absolut nicht mehr aus, die Kasse hat Haus Dahl erworben und zieht dort ein. 6. Mai 1931 Die zweite ordentliche Generalversammlung wird abgehalten, von den jetzt eingetragenen 104 Mitgliedern sind 35 anwesend. Die Einnahmen und Ausgaben im ersten Rumpfgeschäftsjahr stellten sich auf. RM 137.816.87 Einnahmen und RM 135.530.44 Ausgaben Die Bilanz schließt mit einem Verlust von

Die Genossenschaft am Bahngelände.

1.230.20. Die Bilanz wird einstimmig genehmigt, der Verlust auf neue Rechnung vorgetragen. 17. Dezember 1931 Dem Rendanten Ludwig Neuhaus wird ab 1. Januar 1932 das Gehalt von monatlich RM 100,- auf monatlich RM 200,- erhöht. Es passiert jetzt schon öfter, dass Mitglieder mit der Zahlung des Tilgungsdienstes in Rückstand geraten. Die Beratungen hierüber sind sehr eingehend und zeitraubend. Der Bericht über die gesetzliche Prüfung weist auf sieben Konten Kreditüberschreitungen von RM 10.660,- aus, davon sind RM 210,- ungedeckt. 12. Mai 1933 Der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat stellten ihre Ämter zur Verfügung und protestierten damit gegen die “Gleichschaltung“. Vorgeschlagen für die Neuwahl werden die bisherigen Amtsträger. Für Karl Haas wird Willi Halverscheidt in den Aufsichtrat gewählt. 17. April 1934

Krokusse im Park von Haus Dahl hinter der Märkischen Bank.

Der Geschäftsumfang nimmt stark zu. Die Kreditwünsche in dieser Zeit führen der Genossenschaft immer weitere Mitglieder zu. Viele Kredite bewegen sich in einer Größe um die RM 25,- bis RM 50,-. z. B. „Dem Mitglied x wird gegen monatliche Rentenanbetreuung von RM 25,- ein Darlehen von RM 50,- bewilligt. Die Geschäftsräume werden nunmehr in das Erdgeschoss verlegt und dort zwei Räume zum monatlichen Mietpreis von RM 45,- angemietet. 8. Mai 1935 Die Presse berichtet über die Generalversammlung dieses Tages wie folgt: „Der Umsatz hat sich in 1934 gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt und beträgt jetzt 3,55 Mio. RM die Einlagen haben sich um 62.000,- RM vermehrt und betragen rund 300.000.- RM.“ Die Bedeutung der Dahler Kasse für die Heimatgemeinde Dahl wird hervorgehoben und unterstrichen, dass die Bargelder

Märkische Bank.

am Ort bleiben und hier wieder Verwendung finden können. 2. Juni 1937 Der Höchstbetrag, bis zu dem die Kasse Einlagen und Anleihen aufnehmen kann, wird auf 1.000.000,- RM festgesetzt. 18. Februar 1938 Es wird ein drittes Zimmer hinter den bisherigen Kassenräumen zugemietet. 1. April 1938 Rendant Neuhaus bittet darum, aus Altersgründen die Kasse und die Kreditüberwachung Herrn Kückelhaus zu übertragen, der diese Arbeiten zusätzlich zu den Buchungsarbeiten übernimmt. 14. Dezember 1938 Eine erste Forderung wird zweifelhaft. Man beschließt, im Zwangsversteigerungsverfahren in Dortmund die Forderung auszubieten. Ein Verlust kann dadurch vermieden werden. 25. Oktober 1939 Ein Mitglied hat eine Forderung an die Heeresstandortverwaltung in Lippstadt. Gegen Zession wird Kredit in laufender Rechnung in Höhe von RM 2.000,- gewährt. Bevorschussung erfolgt bis zur Höhe von 70%. Zwecks Geldanlage wird erstmals die Anschaffung von Reichsschuldtiteln beschlossen. 22. Mai 1940 In der Generalversammlung des heutigen Tages würdigt Vereinsvorsitzende, Emil Winterhoff, die Verdienste des ersten Rendanten Ludwig Neuhaus um das Entstehen und die Entwicklung der Kasse. Nach 10- jähriger Tätigkeit tritt Herr Neuhaus von diesem Amt zurück und wird einstimmig in den Vorstand der Kasse gewählt. Zum neuen Rendanten wird der bisherige Geschäftsführer Wilhelm Kückelhaus, Roland, einstimmig gewählt. Die Mitgliederzahl ist inzwischen auf 318 angewachsen. In dieser Versammlung sind 33 Mitglieder anwesend. 14. Mai 1941 Der Geschäftsanteil wird zur Stärkung des Eigenkapitals von RM 100,- auf RM 200,- erhöht und soll voll eingezahlt werden. Die Verzinsung der Geschäftsguthaben wird auf 4,6% festgesetzt.

 

 

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