Gipfelkreuz Enthüllung

Gipfelkreuz Enthüllung

Schalksmühle/Hagen. Die Stiftung Haus Dahl hat mit einem Gipfelkreuz der Kohlen- und Eisenstraße über die Böllinger Kammlagen im Grenzgebiet zwischen der Gemeinde Schalksmühle und der Stadt Hagen ein Denkmal gesetzt. Gestern wurde es von Dr. Friedrich Killing, dem Vorsitzenden der Stiftung Haus Dahl, und Peter Neuhaus, dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister von Hagen-Dahl, feierlich enthüllt.Wir wollen mit dem Hagener Gipfelkreuz an den historischen Fernhandelsweg durch unsere Heimat erinnern“, sagte gestern Karl-Friedrich Bühren. Er zählt mit Dr. Fritz Killing und dem Heimatforscher Heinz Böhm zu den Initiatoren des Projekts.

Alte Römer unterwegs. Schon die alten Römer nutzten Wege über die Kammlagen im Raum Lüdenscheid-Hagen. Davon zeugt eine römische Kupfermünze (AS des Tiberius, geprägt 23 nach Christus in Rom). Sie wurde auf dem Flurstück über der Ortschaft Bölling vor längerer Zeit ausgepflügt.Die Landstraße erlebte ihre letzte Blütezeit nach dem Dreißigjährigen Krieg als „Kohle- und Eisenstraße“. Über sie kam vom Süden her das Roheisen aus dem Siegerländer Spateisenbezirk zur Verarbeitung in den Hammerwerken des bergisch-märkischen Industriegebietes. Vom Norden her brachten die Fuhrleute die Kohle aus dem Ruhrgebiet. Salz und Mehl lieferte der Hellweg, der über den Landstraßen-Abzweig Sürenhagen – Schloss Limburg – Lennebrücke günstig zu erreichen war.„Die Hohlwege hatten sich bis zu sieben Meter tief ins Gelände eingegraben“, berichtete gestern Karl-Friedrich Bühren. Mit dem Bau der Autobahn 45 seien diese Zeitzeugen verschwunden.Das „Dach von Hagen“Neben dem Gipfelkreuz hat die Stiftung eine Informationstafel errichtet. Sie erläutert dem Betrachter den Blick über die Böllinger Heide, dem „Dach von Hagen“. Der Punkt liegt in 437 Meter Höhe. Vor dem Betrachter liegt die Dahlermark, das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Dahl. Mit rund 33 Quadratkilometern stellt es den größten und waldreichsten Hagener Bezirk dar.Bei klarem Wetter reicht der Blick weiter über Dortmund und Unna. „Manchmal“, sagte Karl-Friedrich Bühren, „kann sogar die Kühltürme des Kraftwerkes in Hamm-Uentrop sehen.“Wolfgang Teipel

Presseinformation zum Gipfelkreuz Hagen an der „Kohlen- u. Eisenstraße“ Text von Seite 1 der InfotafelDas Gipfelkreuz steht auf der Wasserscheide zwischen Volme und Lenne.Es erinnert an den historischen Fernhandelsweg, der hier in der Dahlermark (ehemalige Gemeinde Dahl) durch Hagens Oberland, der Böllinger Heide mit ca. 440m ü.NN, führte. Fernblicke von hier: übers Volmetal, HELIOS Klinik Ha-Ambrock; Grauwackesteinbruch Ambrock der Fa. CEMEX Kies & Splitt GmbH; Stadt Hagen; am Horizont Kaiser-Wilh.-Denkmal von Do-Hohensyburg; etc. Die Geschichte der Höhenstrasse*Schon vor dem Ausbau des Straßennetzes hatte diese Landstrasse über die BöllingerKammlagen eine ebenso große Bedeutung, wie heute die parallel zu ihr verlaufende Autobahn-Sauerlandlinie A45.Dafür zeugt auch eine römische Kupfermünze (AS des Tiberius, geprägt um 23 nach Chr. in Rom), die nebenan auf dem Flurstück über Bölling ausgepflügt worden ist.Die Landstasse erlebte ihre letzte Blütezeit nach dem Dreißigjährigen Krieg als „Kohlen- und Eisenstrasse“. Über sie kamen vom Süden her das Roheisen und der Rohstahl aus dem Siegerländer Spateisenbezirk zur Verarbeitung in den Hammerwerken des bergisch-märkischen Industriegebietes, das damals (wie heute) zu den innovativsten in Europa zählte. Vom Norden her brachten Fuhrleute seit dem 16.Jh. die Kohlen aus dem Ruhrgebiet. Salz und Mehl lieferte der Hellweg, der über den Landstrassen-Abzweig Sürenhagen – Schloss Limburg – Lennebrücke günstig zu erreichen war.Auf der Karte von 1782 wird diese Querverbindung in der Kohlen- und Eisenstraße „Landstraße von Dahl auf Limburg“ genannt. ; 2005 hat die Stiftung Haus Dahl diese Strecke wieder belebt als Geschichtslehrpfad „Gersteinweg“. Die Höhenstraße-Hagen-Lüdenscheid ist inzwischen – bis auf das Teilstück im Hagener Stadtbezirk Eilpe/Dahl – zeitgemäß breit ausgebaut worden. Aus verkehrs-politisch, -strategischer Sicht (Feuerwehr, Rettungswagen, Schulbus etc.) müsste dieses enge Nadelöhr von Kattenohl bis Bölling auch zukunftorientiert ausgebaut werden, als „moderne Straße“ vielleicht sogar mit seitlichem Rad/Wanderweg. *aus dem Buch „Hagen-Dahl ist doch kein Dorf“ von Karl Friedrich Bühren Auf Seite 2 der Infotafel wird dem Betrachter die vor ihm ausgebreitete Landschaft erklärt. Der Betrachter blickt vom Gipfelkreuz aus auf die Dahlermark – das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Dahl. Es erstreckt sich von der Sterbecke bis Ambrock; vom Nahmerbach bis zur Kalthauserhöh. Mit rund 33 Quadratkilometern stellt es den flächengrößten und waldreichsten Stadtteil von Hagen dar. Geologisch betrachtet gehört die Dahlermark zur „oberländischen Stufe“ des westlichen Sauerlandes (300- 600m ü. NN) und bildet so das Hagener Oberland. Die Böllinger

Heide ist das „Dach von Hagen“. Sechs Gebirgsfalten flachen vom Süden in Richtung Hagen ab. Es sind die Kalthauserhöh, die Volme-Flusstalung, der Bölling/Hunsdieker Sattel, das Nimmertal, der Hobräcker Rücken und das Nahmerbachtal. Zahlreiche Ortslagen liegen vernetzt zwischen malerischen Talauen um 150mü. NN und kristallklaren Quellgewässern aus bewaldeten Berghöhen um 400m ü. NN. Diese ökologisch wertvolle Region, mit großflächigen Wald- und Feldmarken, in der sogar heute noch das seltene Haselwild (kleines Waldhuhn) als Brutvögel vorkommt, gibt unserer Naturlandschaft den sympathischen Namen „Dahlermark“. Ferner liest der Besucher hier eine kurze Chronik vom Adelssitz Haus Dahl. Die Initiatoren des Projektes: Vorsitzender d. Stiftung Dr. Friedrich Killing, Heimatforscher Heinz Böhm und Buchautor Karl Friedrich Bühren hatten zahlreiche ehrenamtliche Helfer: Axel Lauert, Fabian Zink, Herbert Klautke, Christian Vormann, Tomas Illi, Volker Glanzer, Gerrit und Lars Bühren, Toni Bickmann, Familie Zink, Rumscheid hat ihre Scheune für die Zemmerer- Arbeiten und Olav Bühren, Bölling sein Grundstück als Standort zur Verfügung gestellt. Ziele der Stiftung: Die Stiftung Haus Dahl ist eine operative Stiftung, die zur Erfüllung des Stiftungszwecks unter anderem selbst Projekte durchführt/errichtet (Beispiele: das Heimatmuseum im Ort Dahl, den Geschichtslehrpfad „Gersteinweg“ zwischen den Adelssitzen Haus Dahl und Schloss Hohenlimburg, oder das Neusetzen des „Amt-stein der Grafschaft Mark“ auf der historischen Amts grenze Stadt Hagen zum Märkischen Kreis).

 

 

 

 

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