Zeche am Schlebusch, „Gut Steinhausen“.

Zeche am Schlehbusch, „Gut Steinhausen.

Rittersitz Schlebusch: Zeuge einstiger Bergbauherrlichkeit. 100 Jahre unter Zwangsverwaltung im wetterschen Revier. Schlebuscher Erbstollen, Zeche Schlebusch, Schlebuscher Kohlenberg – kein Flurname

Das alte Bauernhaus am Schlebusch wird abgerissen. im Gebäude Franz Böhm.
Das neue Bauernhaus.

wurde in der letzten Zeit in Zusammenhang mit der Anlage des Bergbaupfades mehr genannt als dieses Gut im Herzen des ehemaligen wetter`schen Steinkohlereviers zwischen Grundschöttel und Silschede, zwischen Steinhausen und Albringhausen. Zwei Güter trugen ursprünglich den Namen Schlebusch südlich vom Hasenkamp und Niederste Schlebusch, früher auch Ender oder Endermanns Gut genannt, heute Steinhausen. Der Freiadelige Rittersitz Schlebusch, so die amtliche Bezeichnung in den Annalen der Wengern Mark von 1755 im Zustand vor ca. 150 Jahren. Man sieht, es war mit seinen dicken Mauern ein wohlbewehrtes, aber auch gepflegtes Anwesen. Das war nicht immer. Durch die Wirren des

Franz Böhm vor Kohle.
Bauernhof am Schlebusch mit Kohleflöze in der Wiese.

Dreißigjährigen Krieges waren beide Güter stark heruntergekommen und standen 100 Jahre lang unter staatlicher Zwangsverwaltung, wie auch das benachbarte Gut Hove. Eine neue Blütezeit setzte erst ein, als

Das Feld am Schlebusch wo die Kohle geschürft wurde nach der Begradigung.

Eberhard Otto von Schwachenberg 1748 für bescheidene 2750 Taler Haus Schlebusch erwarb, von einem mit Sorge um die beiden Adelsgüter bestellten Sonderausschuss. Dem neuen Besitzer kam nicht nur der erhebliche Zuwachs an lastenfreien Grundstücken bei der Aufteilung der Wengern Mark zugute, sondern auch das schwarze Gold der Schlebuscher Kohlenbergs rund um Steinhausen mit einem damaligen Schätzwert von 13 000 Talern. Die Ära Schwachenberg, wie auch der Steinkohlenbergbau sind heute nur noch Historie. Der alte Rittersitz Schlebusch aber steht immer noch – zwar nicht mehr in alter Pracht, so doch als Liebenswertes Relikt aus der guten alten Bergbauzeit.

 Chronik des Gutes Steinhausen.

Aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark 1486 Unna. Im „Schatzbuch der Grafschaft Mark“ von 1486 ist das heutige Gut Steinhausen „Hof Enede“ am nördlichen Ende der Sylscheder Puerschaft liegend aufgeführt und ein „Peter Köller to Enede“ gehörig. In den folgenden drei Jahrhunderten ist dieses Anwesen als Kirchengut der Kirchengemeinde Wengern ausgewiesen und seit 1521 an die Familie Steinhaus als Leibgewinngut verpachtet. In der Teilung der Weniger Mark im Jahre 1772 „erhielt Steinhausen für seine seit Jahrhunderten genossene Gemeinheitsnutzung – es hatte 16 gewöhnliche Marktrechte und ein Schuldschweinrecht – entsprechende Stücke der Mark als unbeschränktes Eigentum. Sein Zuwachs am freien Grundbesitz war größer, als der eines jeden der übrigen 13 mit weniger Rechten ausgestatteten Beerbten aus der Bauernschaft Silschede“. Im Jahre 1804 begannen

Villa Hueck.

Verhandlungen zwischen der Kirchengemeinde Wengern und Elisabeth Steinhaus den Hof käuflich zu erwerben und unbeschränkt zu besitzen. Die erforderlichen Prüfungen und Gutachten der Staatlichen Aufsichtsbehörden wurden von der Königlichen Preußischen Domänenkammer in Hamm durchgeführt. Diese beauftragte den Königlichen Rentmeister Giesler zu Levringhausen in der Bauernschaft Hiddinghausen, als Spezialsachverständige wurden der Königliche Förster Kumpsthoff aus Gevelsberg und der Königliche Landvermesser Mayer aus Schwelm hinzugezogen, die Wertermittlung des Steinhauser Hofes vorzunehmen und niederzulegen.Hier ist die persönliche Inaugenscheinnahme der Landwirtschaftlichen Flächen und die, außer der Pacht, auf Steinhausen belegten Ausgaben und öffentliche Lasten aufgelistet. Rentmeister Gieser. Veranschlagungsprotokoll gutachtlicher Bemerkungen über den Verlauf des des Lutherischen Kirche zu Wengern gehörigen Steinhauser Gutes. Levringhausen, 5. März 1805. Hier wird die

Gut Steinhausen.

finanzielle Auswirkung aus Zinseinnahmen des Verkaufserlöses und die materielle Belastbarkeit des Hofes gewichtet. Konsistorium der Kirchengemeinde Wengern. Eingabe an Friedrich Wilhelm III König von Preußen. Bitte um Allerhöchste Genehmigung des zwischen der Kirchengemeinde und Elisabeth Steinhaus abgeschlossenen Kaufvertrages. Hagen in der Grafschaft Mark, 15. September 1805. Aus den Zinsen des Kauferlöses erwächst eine Verdopplung des jährlichen Gewinns gegenüber der Pachteinnahmen und hätten also für den Vikar statt der bisherigen jährlichen 36 Reichstalern 24 Stübern und 8 Pfg. ein jährliches Einkommen von 144 Reichstalern. Forstmeister Kumpsthoff. Gutachten über die Steinhauser Holzungen Gevelsberg im Jägerhaus, 16. Aug. 1806. Ein Auszug über die Teilfläche der Weniger Mark daraus lautet. Eigentlich kann gar kein Nutzungsertrag davon angegeben werden, es wäre dann der Fall, dass befahrbare

Fachwerkhaus am Schlebusch, zeitweise Wohnung von der Familie Franz Böhm.

 

Kohlenwege zu den nah dabei im Gehölz liegenden Kohlenschächte gelegt würden. Dann könnte der noch bleibende Teil dieser Holzung durch Graben in Schonung gelegt werden. Die Genehmigung des Kaufabschlusses durch die Aufsichtsbehörden erfolgte am 23. Sep. 1807. So ging Gut Steinhausen für 3600 Reichstaler Altgeld = 3000 Reichstaler Berliner courant an die Eheleute Elisabeth geborene Steinhaus und Konstanz Hueck über, denn seit dem 1. Oktober 1805 war die letzte „Steinhaus“ mit dem Kaufmann Konstanz Wilhelm Hueck aus Niedermassen bei Unna verheiratet. Dieser war unter napoleonischer Herrschaft eine Zeit lang Maire von Volmarstein und später in preußischen Diensten Bürgermeister des Amtes Volmarstein. Er trat unermüdlich für die Verbesserung des Schulwesens ein. Die auf seine Kosten errichtete Schule am Sandberg wurde am 18. Oktober 1826 eingeweiht und am 30. Juni 1830 der Gemeinde Wengern geschenkt.

 

          Eingestürzter Stollen.                              Belegschaft.                              Franz Böhm l. Betriebsleiter mit  Mitarbeiter und Betreiber .

     

Villa Hueck im Steinhausen.                                                                                Familie Böhm auf dem Balkon der Villa.

 

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