Ober und Nieder – Düinghausen.

Ober und Nieder – Düinghausen.

Von Alfred Bergfeld.

Düinghausen wird urkundlich 1501 in der Markenrolle mit einer Hufe (Hof) erwähnt, und war ein Lehnshof des Hauses Dahl. In der Markenrolle waren sämtliche Abgaben verzeichnet, die dem Hause

   

Dahl zustanden. Das Wort Mark heißt Grenze und stammt aus dem Gotischen „Marka“ . Die Bauern lebten in Markgenossenschaften, die germanischen Ursprungs waren. Haus, Hof und Vieh waren

Privateigentum freier Bauern. Wald, Wiese, Feld und Wasser waren in Gemeineigentum und unterstanden der Markgenossenschaft. Die Markberechtigten bekamen ein Stück der Mark zugewiesen. Markiert wurden die Grenzen durch Grenz oder Lookbäume, oder durch Grenzsteine, wenn nicht zufällig ein Fluss oder ein Gebirgsrücken die natürliche Grenze bildete. Die Dahler Mark reichte von Holthausen bei Hohenlimburg bis zur Sterbecke Rummenohl – also rechts der Volme bis zur Nahmer. Die Markgenossen waren berechtigt, soviel Holz aus dem gemeinsamen Wald zu entnehmen wie vorgeschrieben war. Der Wald war das Lebenselement unserer Vorfahren. Das Holz für den Bau des Hauses und für den Hausbrand wurde nach Bedarf den Markgenossen zugestellt. Das Eintreiben der

Auf dem Hof Düinghausen nach der Korn Ernte.

Schweine zur Mastzeit war auf eine bestimmte Anzahl Schweine festgelegt. Niemand durfte Eicheln und Bucheckern aufsammeln. Es war streng verboten fruchtbare Zweige von Eichen und Buchen abzubrechen oder gar Bäume ohne Erlaubnis dem Wald zu entnehmen. Streitigkeiten wurden durch Holzgerichte geschlichtet und Strafen (Brüchten) geahndet. Das Holzgericht bestand aus dem Holzrichter und den 12 Geschworenen oder Scherren genannt. Es trat entweder regelmäßig oder zu bestimmten Gelegenheiten zusammen. Das überlieferte Recht der Mark ist hart und setzt sich häufig gegen den Landesherrn ein. Der Holzrichter wird von allen Markgenossen und Scherren gewählt und untersteht dem Landesherrn. Dieser jedoch hatte das größte Interesse an den Brüchten das sind Strafgelder die ihm zu 1/3 zustehen. Alle Jahre wurden 4 Opgänge gemacht. In diesen Reviervorgängen müssen auch sämtliche Markgenossen erscheinen. Strafen können von dem Landesherren erlassen werden. Zur Zeit Napoleons und auch vorher wurden Waldförster eingestellt, die gegen Holzdiebstähle einzuschreiten hatten. Auch mussten sie darauf aufpassen, dass kein Vieh in die Wälder getrieben wurde. Johann Peter Hobräck gestorben am

Bauer Bergfeld auf Düinghausen.

29.1.1831, erhielt in seinem hohen Alter noch eine „Forstbestimmung“ die ihm 59 Taler einbrachte aus der „Königlichen Kasse“ . Unter Friedrich II wurden die Waldförster abgesetzt, und jeder erhielt sein Gehalt als Pension solange er lebte.  Nach dem Siebenjährigen Krieg 1763 (Frieden zu Hubertusburg) löste Friedrich II die Marken auf, weil bei Renten für den Staat zu gering waren. Die Limburger Mark und die Kuhweider Mark wurden letztere 1810 aufgelöst. Der Pfarrer Hülshof, der auch den Bauern in Rechtsangelegenheiten ein guter Berater war, geriet bei der Aufteilung auf Schwierigkeiten, erst sein Nachfolger Bädecker brachte eine Einigung zustande. Die Pfarrer waren auch Markenschreiber. Die Kuhweider Mark wurde amtlich vermessen. Die Einheit der Hufe war 12 Morgen 255 Ruten Berliner Maß. Düinghausen war in

     

der Limburger Mark berechtigt, daher Schweine durften bis zu einer bestimmten Zahl in die Eichen und Buchenwälder der Mark getrieben werden. Außerdem durfte  Holz zum Bau von Häusern und zum

Hof auf Düinghausen.

Brennen benutzt werden, wie gebraucht wurde 1546 erscheint wieder nur ein Besitzer als Vertreter und Zeuge in den Markenstreitigkeiten des Johanns von Kall in Dahl. Peter to Düinghuisen ist im Dahler Sunderloh berechtigt. Die Teilung des Hofes Düinghausen scheint um 1600 vor sich gegangen zu sein, denn eine Bank in der Dahler Kirche zeigt die Namen Ober und Nieder – Düinghausen. 1631 sollen Cläfs ? und Dietrich zu Düinghausen je 2 Taler Steuern (in die Kontribution) zahlen 1645 sind aber beide tot, denn Humpert und Grete werden mit 12 law. 9 Stüber veranlagt.  1645 wird Humpert als Nachfolger von Claefs genannt. Er hat zwei unmündige Kinder und er nährt sich von Hacken und Roden. Er hat 2 Starke (Rinder) gemietet. Seine Aussaat beträgt ½ Scheffel Brantroggen. Gerste und Weizen wachsen auf seinem Lande nicht. Er hat ¼ Malder (Morgen)

Deutsche Wehrmacht zieht über Düinghausen.

Hafer gesät, musste ihn aber schon grün auf dem Halme für rückständige Steuern (Contibrution) verkaufen. Auf dem Hofe lasten 1000 Taler Schulden. Das Haus ist im schlechten Zustande und teilweise verbrannt, ebenso sein Wald, (Gehiegte). An Ackerland hat er 1 Morgen (Maldersei) bewachsenes Berglandes, 1 Gärtchen und 1 Wiese von 1 Karre Heu. Auf dem zweiten Hofe wohnt Grete und ein unmündiges Kind (wahrscheinlich Dietrichs) . Die Besitzverhältnisse sind ungefähr dieselben wie auf dem Nachbarhofe. Das Haus ist Dachlos und die Wiese mit Büschen bewachsen. Grete ernährt sich vom Spinnen, sie hat eine Kuh gepachtet. Es sind 6 Becher Roggen und ½ Morgen (Malder) Hafer gesät. Die Schulden betragen 100 Taler. Beide Höfe waren durch den Dreißigjährigen Krieg an den Rand des Unterganges

Gehöft auf Düinghausen.

gebracht wie übrigens alle Höfe im Kirchspiel Dahl. Nach den Steuerverpflichtungen (Contribualen) von 1705 sind beide Güter in der Steuerkraft gleich (15 Rthr). Beide haben denselben Grundbesitz von 10 Morgen, darunter 1 Wiese von einer Karre Heu. An die Rentei in Wetter sind 5 Stüber 11/2 Pfennig zu zahlen. (52 Stüber = 1 Reichstaler)  Auch nach der Hebeliste von 1756 sind die Abgaben beider Höfe mit 9 Stüber 1 Pf. Gleich. In einer Anotation wird bestimmt, dass Christopher und Cadeljahn von Düinghausen nach dem Liebstättschen (Lippstadt?) müssen, es handelte sich dabei wahrscheinlich um Spanndienste oder um Arbeiten an der Festung. Das alte Bauernhaus in Ober – Düinghausen besteht heute noch wie vor 400 Jahren, lediglich wurden im Jahre 1899 das Strohdach durch ein schwarzes Ziegeldach ersetzt. Der Umbau dieses alten

Bauer Bergfeld im Gemüsegarten.

Hauses setzte erst ein, als ich den Gärkingschen Hof käuflich erworben (1954) hatte und der Pächter Alfonc Lendermann die 12 jährige Pachtung im Jahre 1966 aufgab. Beide Hofflächen wurden nach der Teilung des Gesamthofes durch eine Bruchsteinmauer getrennt, die heute noch vorhanden ist. Nieder – Düinghausen. Es war mit Stroh gedeckt und brannte, wie die meisten Häuser im 30 jährigen Krieg (1618 – 1648) nieder. Nach ca. 260 Jahren musste es noch mal abgebrannt sein. Denn es wurde dann zur Hälfte abgerissen, und die Steine für den Neubau im Jahre 1820 verwendet. Das alte Haus stand in West – Ost – Richtung und hatte die Maße 13 X 20 m. In diesem Haus wohnten die Düinghaus. Zur damaligen Zeit nannten sich die Leute nach den Höfen.

Bergfeld“

Das Wappen der „Bergfeld“ entstammt einer kleinen Privatsammlung, welche Herr Heufenheuer bei

Gladbach übernommen hatte. Nach Angaben des Sammlers, waren diese in Archiven, alten Urkunden, Kirchen, Friedhöfen usw. festgestellt worden. Es handelt sich hier um eine Herkunftsbezeichnung, demjenigen zugelegt, welcher aus einem der Orte Bergfeld in Mecklenburg – Schwerin, Mecklenburg – Strelitz, Braunschweig oder Westfalen stammte.Im blauem Schild ein silberner Sparren, eine silbergraue Felsengruppe, aus deren höchster Spitze fünf goldene Ähren wachsen. Auf dem Helm mit rechts blau – silbernen, links blau – goldenen Decken fünf goldene, beblätterte Ähren.

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