Priorlinde in Priorei im Vometal.

Priorlinde in Priorei im Vometal.

Priorlinde Der wohl bekannteste Baum in der Region Hagen: die 1947 unter Naturschutz gestellte 1000jährige „Priorlinde“. Ihre nach Süden gerichtete geschützte Lage und die durch den Tiefentalbach

  

ständig gesicherte Bodenfeuchtigkeit erhielten sie lange lebensfähig. Der Baum ist eine Kandelaber – Linde – ihre Hauptäste breiten sich erst in ungefähr zwei Meter Höhe waagerecht aus, um dann senkrecht nach oben zu steigen. Früher – so heißt es – hätten an einer solchen Linde Tanzfeste stattgefunden. Mittlerweile ist von dem ehedem 30 Meter breiten und 25 Meter hohen Baum nur noch ein bemitleidenswerter „Torso“ erhalten geblieben. Die Linde unmittelbar benachbart: der Wohnplatz „Kluse“, ein früheres Dahlsches Lehen. Einer Legende zufolge soll der im 16. Jh. Erstmals genannte „Kotten Kluse“ auf heiligem Boden errichtet worden sein.

Priorlinde.

Bei den Geschichten, besonders noch in späterer Zeit beim Holzgericht oder Hozthing, wird „gebrüchtet“. Brüchte sind Strafen, meist Geldstrafen. So halte ich die Ableitung des Wortes aus Brügge = egge (Thingstätte an der Bergnase) für die einleuchtendste und stichhaltige. Die Priorlinde aber ist nichts anderes als ein uraltes germanisches Heiligtum. Dort wurde Thing gehalten und Recht gesprochen. Auffällig ist auch der Flurname „Opfersiepen“ in der Nähe. Auch die legendenhafte Überlieferung von den zwölf Ästen der Linde wird hinfällig, wenn man sich der Mühe unterzieht, die Äste ohne phantastisches Beiwerk zu zählen. Man wird dabei viel eher auf die Zahl sieben, die den Germanen heilig war, kommen.

Gibt es noch Rettung für die mächtige Priorlinde

Hagener Rundschau Nr 28 R HA 1

Freitag, 2 Februar 1990

Hagen (mö) Die mächtige Priorlinde im Volmetal zählt zu den ältesten Bäumen der Bundesrepublik. Aber der grüne Patriarch ist gefährdet. Die Sanierung der 25 Meter hohen Kandelaberlinde stellt die Experten vor Probleme. Die 13000 Mark, die von der Oberen Landschaftsbehörde zum Schutze des Baumes vor mehr als zwei Jahren bewilligt wurden, sind von der Stadt nicht abgerufen worden.

Klusenkotten.

Geblieben ist seither die Frage, ob der Baumpatriarch in würde sterben soll oder ob ihm wirksam geholfen werden kann. Die Stadtverwaltung hat zwischenzeitlich einen süddeutschen Experten zu Rate gezogen. Bei den Untersuchungen hat sich gezeigt, dass für eine umfangreiche Sanierung kein Geld zur Verfügung steht. Allein ein statisches Gutachten kostet 10 000 Mark. Nach einem Ortstermin vor einigen Tagen haben sich die Behörden und Landschaftsschützer zunächst einmal darauf geeinigt, zunächst einmal eine „kleine Lösung anzustreben. Es soll versucht werden, im Interesse des Erhaltes und der Verkehrssicherung die gewaltige Kandelaberlinde „zurückzuschneiden“. Das Umweltamt wird ein entsprechendes Konzept mit einer grafischen Darstellung den parlamentarischen Gremien vorlegen.

Gasthstätte zur Ecke in Priorei.

Zur Rettung der kranken Baumpatriarchen ist eine bundesweite Aktion unter dem Namen „Alle liebenswerte Bäume in Deutschland“ gestartet worden. Neben der Priorlinde steht auf der Liste der erhaltenswerten Baumveteranen auch die Femelinde in Rumscheid bei Dahl.

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