Ribberthof (Gut Ambrock).

Ribberthof (Gut Ambrock).

Ambrock. (Lehen der Abtei Siegburg.) Das Brock ist eine tiefliegende, von Brauchwasser oder Lachen bildendem Wasser durchzogenen Fläche“ (Jellinghaus) In der jüngsten Zeit in Verbindung mit der

Ribberthof „Gut Ambrock“.

Wallburg biurka = 2 Bogen nach With.) Die Geschichtliche Bedeutung des Hofes Ambrock mit der nahen Wallburg dürfte bis auf den heutigen Tag noch nicht voll erkannt sein. Die Wallburg gibt manches Rätsel zu lösen auf. Sie hat ohne Frage die Bedeutung einer Verteidigungsstätte gehabt. Es gewinnt auch immer mehr an Wahrscheinlichkeit, dass diese Fluchtburg an einer Kultstätte erwuchs. Sie hatte ihre Strategische Bedeutung in der Reihe der Befestigungsanlagen zur Siegamberzeit. Die Terrassenförmig angelegten Wälle befinden sich nur nach Norden und Westen, da steile Berghänge nach Süden und Osten einen Ansturm unmöglich machten. Verschiedene Vertiefungen auf der Hochfläche deuten vielleicht auf Wohnstätten hin. Ein Brunnen, der die Besatzung mit dem nötigen

    

Wasser versorgte, war der vorigen Generation noch bekannt. Verschiedentlich wurde die Erfahrung gemacht, dass sich in der Nähe von Kultstätten der Huno ansiedelte, der germanische

Ein Schwein wird auf Gut Ambrock geschlachtet.

Hundertschaftsführer aus Edlem Geschlecht. Dann liegt auch die Vermutung nahe, dass die späteren Herren von Dahl die sich eine Burg in der Nähe auf Bollwerk errichteten, aus diesem alten Germanentum stammten Ambrock selbst aber läge danach auf uralt = germanischem Kultgelände. Die Verbindung von Ambrock und Bollwerk lässt sich bis in das Mittelalter verfolgen. Ein Weg führt von der Burg zum steinernen Frauenhaus, der Kemenate, das Wort hat sich als Flurname bis auf den heutigen Tag erhalten. Ein starker Turm, (Spieker) brannte um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ab. Die in Dahl gemachten Runenfunde weisen wahrscheinlich auch auf Kultische Gebräuche hin, die mit der Wallburg in Beziehung stehen dürften. Aber auch die Tatsache, dass sich Ambrock nach den ältesten Nachrichten in den Händen von Mönchen befindet, lässt vielleicht

1758 Was Neu nun steht und längst hier stand beschirme Herr mit starker Hand1955

diesen Schluss zu. Karl der Große beschenkte ja die Priester und die Kirche nach den Sachsenkriegen außerordentlich, und es ist bei allen Missionswerken häufig festzustellen, dass die neue Religion die alte Kultstätte in wohl weislicher Überlegung umdeutet. Auch die Sagen um das Gebiet der Wallburg sprechen häufig vom Teufel, während sonst in der Gemeinde der Teufel wenig auftritt. Die Deutung des Teufels aus Donas (mit dem Fell und den Hörnern dürfte bekannt sein.

       

Das zur Heilstätte gehörende Gut Ribberthof war zunächst verpachtet, wurde aber 1925 wieder ganz in eigene Bewirtschaftung genommen. Neben 58 393 Liter Milch lieferte das Gut im selben Jahr 28

Gut Ambrock.

Schweine, 17 Schafe, 18 Kälber, eine Kuh, einen Ochsen, 2 Hühner, 17 Hähne, 4 062 Hühnereier, 253 Enteneier und 115 Zentner Kartoffeln auf den Tisch der Heilstätte. Allein auf dem Ambrocker Gut Ribberthof konnten 1946 drei Pferde, 15 Kühe, zwei Rinder, 28 Schweine und 107 Hühner und Puten gehalten werden. Bei der Lebensmittelversorgung war das Gut Ribberthof der Heilstätte sehr von Nutzen. Schon seit jeher war der Pächter verpflichtet gewesen, Ambrock mit der Milch seiner Kühe zu beliefern. Die 14 bis 16 Kühe wurden ständig medizinisch überwacht, damit die Milch nicht von der verbreiteten, ansteckenden Rindertuberkulose verseucht war. Als am 1. August 1920 der Pachtvertrag erneuert wurde – die Pacht betrug übrigens 225 Mark im Jahr – verpflichtete die LVA Westfalen das Gut auch zur Lieferung von Gemüse, Kartoffeln und Eiern. Nun

standen zwar ausreichend Lebensmittel zur Verfügung. Aber auch dem Pächter mussten die marktüblichen, sehr hohen Preise gezahlt werden. Da der Vorstand die Heilverfahren auf keinen Fall einschränken wollte, hatte die Landesversicherungsanstalt in dieser Zeit hohe finanzielle Belastungen zu tragen. Während die durchschnittlichen Aufwendungen je Patient für Unterbringung und Verpflegung, Kurmittel und ärztliche Behandlung im Jahre 1919 noch 8,60 Mark am Tag ausmachten, schnellten die Kosten im Jahre 1920 auf stolze 19,34 Mark hoch. Zusammenfassend soll erinnert werden, dass Ambrock am 22. Oktober 1903 nur nach der großzügigen Spende des Hohenlimburger Tuch – Fabrikanten Julius Ribbert als Volksheilstätte für Männliche Tuberkulosekranke eröffnet werden konnte und nach ihm der Hof benannt wurde.

Der Runenstein ging bei den Renovierungsarbeiten 1955 verloren. Arbeiter haben Zeichen in eine Sandsteinplatte eingeschlagen die keine Runen zeigen. Die Geschichte erzählte mir ein Hofbewohner.

 

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