Das Matare Mahnmal.

Das Matare Mahnmal.

Eine weitere Verpflichtung sah das Presbyterium darin, für die Gefallenen und Vermissten des 2.

Weltkrieges ein würdiges Mahnmal zu errichten. Auf Initiative des Presbyteriums fanden in der ganzen politischen Gemeinde Dahl eine Sammelaktion statt, die neben der evangelischen Gemeinde auch von der politischen Gemeinde und der katholischen Kirchengemeinde mitgetragen wurde, Ein nicht geringerer als der Schöpfer der Türen des Kölner Domes und der Weltfriedenskirche von Hiroshima in Japan, Professor Matare’, Köln schuf den Entwurf, der in symbolischer wie künstlerischer Hinsicht etwas völlig Neues darstellte. Das Mahnmal besteht aus einer bis tief in die Mitte auseinanderklaffende etwa 2 m hohen Erdkugel. Sie ist am Sockel bis zu ihrem Fuß sanft ansteigenden

Das Wirtschaftsgebäude von Haus Dahl wurde abgerissen, an der Stelle das Mahnmal gesetzt.

fast waagerechten Tafeln umgeben die Namen der 232 im Kriege gefallenen und vermissten Gemeindemitgliedern enthalten. In halber Höhe umfasst die Kugel ein Spruchband mit Mosaik ausgeführten Worten der Offenbarung. „ Siehe, ich mache alles neu.“ Das mit dem Kostenaufwand von 23,800,- DM errichtete Mahnmal wurde am 2. August 1959 in der Gegenwart des Künstlers Professor Matare’ von Vertretern der Gemeinde Dahl, des Amtes Breckerfeld und des Ennepe Ruhr Kreises unter großer Begleitung der Bevölkerung vor allem aber im Beisein der zahlreichen Angehörigen der Kriegstoten enthüllt. Die Festansprache hielt der Stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Dahl Rechtsanwalt Friedrich Killing.

Matare – Mahnmal renoviert

Aus der Ära des „Kalten Krieges“

Wochenkurier am Samstag, 16.9.2006

Hagen. (ME) Das künstlerisch sicherlich wertvollste Mahnmal steht mitten in Dahl – eine Schöpfung Ewald Matares, des großen Bildhauers.

Gezeigt wird im kleinen Park vor der teils mittelalterlichen evangelischen Kirche die Erdkugel – sie ist fast in zwei Hälften gefallen: Symbolhaft stellt Matare hier den Zustand der Welt am Ende des Zweiten Weltkrieges und in der unmittelbaren Nachkriegszeit dar, sprich: er verweist auf das zweigeteilte Deutschland, den Ost – West – Konflikt, auf den Kalten Krieg und auf den sich schon damals erstmals abzeichnenden Nord – Süd – Konflikt.

Als Material für die Erdkugel wählte der Künstler nicht – wie meist üblich – Bronze, sondern hartes, stumpfes, dunkles Eisen. Das Band, das die gespaltene Erdkugel umfasst und die tröstenden Worte „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung Johannes) enthält, besteht aus Glaskeramik.

Professor Matare, Dr. Koch Pfarrer, stellvertretende Bürgermeister Rechtsanwalt Friedrich Killing-

Die 1957/59 geschaffene Kugel ruht auf einem Steinsockel mit 24 Eisenplatten die die Namen von weit über 200 Bürgern zeigen, die im Zweiten Weltkrieg ums Leben kamen.

In den letzten Jahren war das kulturhistorische wertvolle Denkmal reichlich in die Jahre gekommen. Mörtel hatte sich gelöst, der Rost fraß sich hier und da durchs Eisen, und auch so manches Mosaiksteinchen war auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Eine Restaurierung schien dringend notwendig zu sein. Doch woher sollte das Geld hierzu kommen? Von der evangelischen Kirchengemeinde? Nicht möglich! Von der Stadt Hagen? Noch weniger möglich! Blieb nur der Weg, edle Spender zu suchen oder bei der Bezirksvertretung Eilpe/ Dahl vorstellig zu werden, die für derartige Dinge glücklicherweise meist ein offenes Ohr hat.

    

Aufstellen des Mahnmals.

Wie so oft, wenn es um Dahler Belange geht, war auch diesmal wieder der bekannte Heimatforscher Heinz Böhm (Hagener Heimatbund) zur Stelle und nahm sich der Sache an. Und wieder – ähnlich wie bei den Erinnerungstafeln für den Ersten Weltkrieg neben dem Eingang zur Kirche – gewann er den örtlich ansässigen Malermeister Alois Strauch dazu, die Arbeiten zu übernehmen.

Dahler Bürger deren Angehörige auf den Denkmalplatten verewigt sind.

Natürlich mussten noch die maßgeblichen Stellen – Dahls Pfarrer Schulz, Bezirksvertretung Eilpe / Dahl und Denkmalbehörde – zustimmen, und schon konnte die Arbeit ende August in Angriff genommen werden. Zum Glück meldete sich obendrein der Sommer noch einmal zurück, so dass einer raschen Abwicklung nichts im Wege stand. Ergebnis: seit einer Woche strahlt das Dahler Matare – Denkmal wieder im alten Glanz. Das ist auch insofern erfreulich, weil sich ja – wie die meisten Wochenkurier – Leser wissen – seit kurzem zwei „Geschichtswanderwege“ an der Mahnstätte kreuzen, nämlich der Gersteinweg und der Volmehangweg.

Als das Denkmal einst enthüllt wurde, hatte es rund 24 000 Mark gekostet, größtenteils durch Spenden sowie durch einen 5000,- Mark – Zuschuss seitens der Landesregierung finanziert. Eine solche Mahnstätte zu errichten war in den 50er Jahren der Wunsch vieler Dahler Bürger, ergriffen wurde die Initiative letztlich vom Presbyterium der evangelischen Kirche, das auch die politische Gemeinde (mit dem stellvertretenden Bürgermeister Fritz Killing an der Spitze) und die Katholische Kirche ins Boot zu holen versuchten. Rasch waren sich die Verantwortlichen einig, Matare, den Schöpfer einiger Türen des Kölner Doms und berühmter Kunstwerke in der Weltfriedenskirche in Hiroshima (Japan, Ort des ersten Atombomben – Abwurfs), mit der Planung zu beauftragen.

Bei der Familie Killing auf dem Stein.

Von der ersten Ideen – Skizze bis zur Erfüllung gingen dann zwei Jahre ins Land – bis zum 2. August 1959, dem Tag der feierlichen Übergabe.

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